Der Turm, welcher auf dem Vorgebirge von Monte Vico ein mit Kreuzen
übersätes Gräberfeld überragt, wurde im 15. Jahrhundert
errichtet. Wie viele andere Türme, die längs der thyrrenischen
Küste nach vorhanden sind oder im Laufe der Zeit zerstört
wurden sei es durch Verwitterung oder durch menschliche Nachlässigkeit,
diente er zur Ueberwachung der Küste in einer Zeitperiode, in
welcher die Insel andauernd Piratenüberfällen ausgesetzt
war. Die traditionellen Rauchsignale und nächtlichen Feuer waren
die Zeichen der drohenden Gefahr für die Bevölkerung. Es
fehlen jedoch nicht die Zeugnisse, welche den eigentlichen Verteidigungscharakter
des Turms von Monte Vico in den Vordergrund rücken: Auf dem Platz,
der die Festung umgibt, waren einige Kanonen stationiert; später
durch andere neueren Datums ersetzt wurden sie, wie aus zeitgenössischen
Chroniken zu ersehen ist, im Juni 1785 von S. M. Ferdinando IV, König
von Neapel und Sizilien, nach Lacco gebracht. Noch heute sind im Museum
von S. Restituta einige steinerne Mörserkugeln zu sehen, die
vom Monte Vico stammen.
An
die schrecklichen Augenblicke der Piratenüberfälle und an
die vor allem durch die Fürbitte der Beschützerin S. Restituta
glücklich überstandene Gefahr erinnern auch einige Volkslieder.
Der
Turm besteht aus einer wuchtigen quadratischen Basis, die von zwei
Stockwerken überragt wird. Im Erdgeschoss öffnet sich eine
grosse Zisterne, die tief in die Erde reicht und in zwei Sektoren
aufgeteilt ist. Euber eine Treppe auf der nordöstlichen Seite
erreicht man das erste Stockwerk; das mit einem Tonnengewölbe
und drei Schiessscharten in den Mauern ausgestattet ist; hier war
auch Vorsorge getroffen, um die Rauchsignale und Warnfeuer anzuzünden.
Durch eine andere kleinere Treppe in der Ostmauer kann das zweite
und oberste Stockwerk erreicht werden.
Im
Jahre 1868 wählte die Gemeinde von Lacco Ameno den Platz mit
dem Turm und die umliegende Zone als Gelände für einen öffentlichen
Friedhof.
Wer
aus diesem oder jenem Grund bis zu dieser Höhe emporsteigt, kann
ein eindrückliches, unvergleichliches Panorama bewundern: die
Hügellandschaft von Lacco Ameno, beherrscht vom Gipfel des Epomeo,
den Fungo (Pilz) aus Vulkangestein inmitten des ruhigen, tiefbaluen
Meers, den Landausläufer von Perrone in Casamicciola, die Küste
von Vivara und Procida, die Profillinie des Monte di Procida und des
Caps Miseno un den klaren, weiten Horizont.