Archäologische
Museum von PITHECUSAE befindet sich in Lacco Ameno, in dem Hauptgebäude
des Komplexes der Villa Arbusto, die 1785 von dem Herzog von Atri,
Don Carlo Acquaviva, erbaut wurde.
1952 wurde dieser Besitz Sommersitz des Verlegers A. Rizzoli. Nach
seinem Tode wurde er von der Gemeinde Lacco Ameno erworben, um dort
das archäologische Museum aufzunehmen, das die Geschichte der
Insel Ischia von der Vorgeschichte bis zur Römerzeit erläutert.
Der Komplex des Arbusto umfasst einen ausgedehnten, an seltenen Pflanzen
reichen Park, von dem man eine prächtige Aussicht genießt.
Der größte Teil der augestellten Funde, die sämtlich
den 1952 begonnenen Ausgrabungen von Giorgio Buchner verdankt werden,
bezieht sich auf die griechische Siedlung Pithecusae. Im zweiten Viertel
des VIII jahrhunderts v. Chr. von Griechen aus der Insel Euböa
gegründet, stellt sie eine der ältesten, wenn nicht die
älteste griechische Kolonie Unteritaliens dar. Ihre Blütezeit
war die zweite Hälfte des VIII Jhs. v. Chr.: damals unterhielt
Pithecusae, wie die Funde bezeugen, weitreichende Handelsbeziehungen,
die nicht nur den Nahen Osten, sondern auch Karthago, Sudetrurien,
Apulien, das ionische Kalabrien und Sardinien umfassen.
Das Tal von San Montano wurde von der zweiten Hälfte des VIII
Jhs v. Chr. an tausend Jahre Iang als Nekropole benutzt. Daher stammen
die zwei bekanntesten Funde: die mit einer Schiffbruchszene bemalte
spätgeometrische Vase localer Produktion und die beruhmte, aus
Rhodos importierte Tasse, auf der, nach dem Brand in euböischem
Alphabet und daher sicher auf Pithecusae, ein Epigramm
von drei Versen eingeritzt ist, das auf den in der Ilias beschriebenen
Becher des Nestor anspielt (ca. 730-720 v. Chr.). Die Kenntnis des
Alphabets, sei hier bemerkt, ist die wichtigste Errungenschaft, die
die eingeborene Bevölkerung Mittelitaliens Zum ersten Mal von
den pithekusanischen Griechen übernommen hat.
Vom Anfang des VII Jhs v. Chr. an, im Zusammenhang mit der wachsenden
Machtstellung der wenig später auf dem gegenüberliesenden
Festland ebenfalls von euböischen Kolonisten gegründeten
Stadt Cumae, nimmt die Bedentung von Pithecusae zunehmend ab.
Die auf dem Monte di Vico gefundenen architektonischen Terrakotten
des VI, V und IV Jhs.v.Chr., die zur Verkleidung der hölzernen
Dachkonstruktion dienten, zeugen immerhin davon, daß sich damals
auf der Akropolis mehrere Tempel erhoben. Ebenfalls daher stammt auch
eine große Anzahl der schwarz gefirnisten Tafelkeramik Hellenistischer
Zeit (unter dem Namen "Campana A" bekannt), die in Menge
auf Ischia hergestellt und auch nach Nordafrica, Spanien un Südfrankreich
exportiert wurde.
In römischer Zeit, in der die Insel den Namen Aenaria annimt,
wurde sie von zahlreichen vulkanischen Ausbrüchen heimgesucht,
di zur Folgehatten, daß die vornehmen Römer die Insel vermieden.
Im Gegensatz zu den Phlegräischen Feldern fehlen daher Reste
römischer Villen und großer Thermalanlagen. Abgesehen von
ärmlichen Gräbern, zeugen aus dieser Zeit von allem dieVotivreliefs
eines Quellheiligtums bei der Thermalquelle von Nitrodi (Barano) und
die Blei-und Zinnbarren der im Meer versunkenen Gießerei bei
Carta Romana (Ischia).
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