Wenn
man die lange Strasse hinaufsteigt, die von der Gemeinde Ischia nach
Barano führt, sieht man sich in der Nähe von S. Antuono
eine Anzahl von Bögen in doppelter Anordnung gegenüber,
welche die Höhenrücken von Fiaiano mit den Ausläufern
des Monte dei Vezzi verbinden. Auf den ersten Blick erinnert die violett
gefärbte wuchtige Mauerkonstruktion an ein römisches Aquädukt.
Und wirklich halten viele die "Pilastri"
für ein Werk aus römischer Zeit und bringen damit den Statthalter
Orazio Tuttavilla, der das Werk im 16. Jahrhundert begann, und Mons.
Girolamo Rocca, Bischof von Ischia, welcher es zu Ende führte.
Der beim Bau verwendete Bimsstein wurde aus den vulkanischen Höhlen
gewonnen, die beim Ausbruch des Epomeo vom 18. Januar 130 entstanden
waren. Auf der Fassade des antiken Rathauses in Ischia Ponte, wo auch
die öffentliche Uhr schlägt, befindet sich eine beschriftete
Marmortafel, welche an das Ereignis erinnert, als das Wasser von der
weit entfernten Quelle von Buceto zum ersten Mal ins Zentrum von Ischia
gelangte, jedoch die vom Statthalter Tuttavilla und Mons. Rocca geleistete
Arbeit wurde nach zwei Meilen unterbrochen..
Zu
Ehren Gottes, des Allmächtigen, die Anführer von Ischia
gaben dessen Bürgern das Wasser, die es gebrauchten und sich
daran erfreuten, indem sie es auf Staatskosten von der Quelle von
Buceto über vier Meilen hinweg herbeiführten und zum Schmuck
ein Becken aus Travertinstein anbrachten in Richtung des grossen Turms,
wo die Versammlungen abgehalten wurden und eine Uhr beigefügt
ist. Im Jahr 1759.
BUCETO
ist eine der vielen wohltätigen Quellen von Frischwasser, die
auf den Anhöhen der Insel entspringen. Sie fliesst dicht beim
Monte Rotaro vorbei. Wegen der durch das Erdbeben bedingten Erdbewegungen
hatte die Gemeinde von Ischia die einzige und alte Quelle verloren,
(sie war vom Meer verschlungen worden),von welcher auch die Bewohner
des Kastells ihr Wasser bezogen hatten. Dies war die Quelle, welche
längs des Strandes von Cartaromana hervorsprudelte. Um für
die Bedürfnisse der wachsenden Bevölkerung vorzusorgen,
gedachte man, das Wasser von Fiaiano aus der Quelle von Buceto kommen
zu lassen trotz der Distanz von vier Meilen (die Meile entsprach in
Neapel vor dem Jahr 1861, km1,865).
Die
Arbeiten wurden im Jahr 1590 unter der Führung von Orazio Tuttavilla,
dem damaligen Statthalter der Insel, begonnen doch nach der Fertigstellung
von zwei Meilen wurde das Werk stillgelegt. Nach ungefähr 80
Jahren übernahm Mons. Girolamo Rocca, Bischof von Ischia, die
schwierige Aufgabe, den Bau aus alleiniger persönlicher Initiative
und unter ungeheuern Opfern zu Ende zu führen. Ein unvorhergesehener
Irrtum verzögerte die Ankunft des so sehr erwünschten Wassers.
Es war zunächst nur die erste Reihe der Bögen gebaut worden,
auf welchen die Kanäle für den Fluss des Wassers installiert
waren. Der starke Druck verursachte den Bruch der Leitungen aus gebranntem
Ton. Es wurde deshalb schnellstens der Bau einer zweiten Bogenreihe
angeordnet und zugleich wurden die Kanäle verbessert.
Mons.
Girolamo Rocca hatte die Genugtuung, noch vor seinem Tod (1692) zu
sehen, wie das Wasser allerdings auf sehr rudimentäre Art und
Weise im Zentrum von Ischia hervorsprudelte. Erst im Jahre 1759 wurden
zwei Brunnen auf dem Platz des Borgo Celso, hinter der heutigen Kathedrale
errichtet, woran auch die oben zitierte Inschrift erinnert.